Trotz des Pfingstwochenendes
hatten sich zahlreiche Frauen zur Kreisversammlung in Trockau
zusammengefunden, um über aktuelle Themen zu sprechen.
Zunächst gab FU-Kreisvorsitzende
Bayreuth-Land Christa Reinert-Heinz einen Überblick über
das vergangene Jahr. So hatte sich innerhalb eines Jahres
der Mitgliederstand um zwölf erhöht und beträgt
jetzt 318 Mitglieder. Hummelgau und Trockau sind als neue
Ortsverbände hinzugekommen.
Neben mehreren Versammlungen
hat es eine Veranstaltung zum Thema Kinder- und Jugendschutz
mit der Besichtigung einer Kindertagesstätte gegeben.
Auch in diesem Jahr soll es wieder eine Informationsveranstaltung
im Landratsamt geben.
Als Beitrag zum Bundestagswahlkampf
hatten die Frauen ein Apfelfest organisiert, bei dem viele
Menschen angesprochen werden konnten. Eine Wiederholung sei
fest eingeplant, so Christa Reinert-Heinz.
Die Frauen-Union möchte
eine bessere Direktvermarktung von regionalen Produkten
seien es nun landwirtschaftliche Erzeugnisse oder handwerkliche
Produkte , um so unter anderem die Wirtschaft in Oberfranken
zu stärken.
Für Gesprächsbedarf
sorgte der Beschluss der Landesversammlung der Frauen-Union,
die in das Leitbild 2010 folgende Forderung aufgenommen hatte:
"Wir fordern eine 40-Prozent-Quote für beide Geschlechter
für alle Parteiämter, also eine parteiinterne Quotierung.
Diese soll dazu beitragen, den Frauenanteil in der Partei
und in Mandaten zu verbessern!"
Kreisvorsitzende Reinert-Heinz
zeigte sich von der Quote überzeugt: "Wir haben
noch Nachholbedarf in der CSU." Sie wünsche sich
aber keine Polemik zu dieser Frage, über die am Parteitag
abgestimmt werden soll, sondern sachliche Diskussionen an
der Basis. In einer Volkspartei müssten auch die Frauen
ihren Platz finden und sie sollten nicht nur dafür da
sein, um zu wählen, sondern auch um mitzuarbeiten. Aber
selbst wenn diese Forderung nicht aufgenommen werden sollte,
ist die Kreisvorsitzende davon überzeugt, dass allein
die Diskussion der Frauen-Union und der CSU etwas nutzt und
Entwicklungen in Gang bringt. Staatssekretär Hartmut
Koschyk freute sich über die Diskussion, auch wenn er
noch keine abgeschlossene Meinung zum Thema Frauenquote habe.
Manche Entwicklungen würden zu lange dauern, und daher
wäre eine Quote sicher begrüßenswert. Allerdings
habe sich auch das Verhältnis innerhalb der Partei verändert.
Nun sage man nicht mehr, "wir brauchen diese Frau, weil
sie eine Frau ist", sondern man sagt "wir brauchen
diese Frau, weil sie gut ist und hervorragende Arbeit leistet".
Man dürfe vor einer Frauenquote keine Angst haben, nur
weil es diese in einer anderen Partei gebe.
Auch die aktuelle politische
Lage sprach der Bundestagsabgeordneter Koschyk an. Die Krise
sei durch ungezügelte Finanzwirtschaft und Politik des
lockeren Geldes ausgelöst worden. Die Welt sei mittlerweile
immer vernetzter und man könne sich nicht zurücklehnen
und sagen: "Das hat eine andere Partei verschuldet."
Jetzt gehe es um die Zukunft Europas.
Auch Landtagsabgeordnete
Gudrun Brendel-Fischer sieht eine Frauenquote durchaus positiv.
Es gebe Defizite und Frauen würden oftmals an Themen
anders herangehen und Dinge anders sehen. Nicht alle Themen
seien so besetzt, wie es sich die Menschen im Land wünschten.
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