Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brendel-Fischer und FU-Kreisvorsitzende Christa Reinert-Heinz besuchten am 05.08.2014
das Bayreuther Albert-Schweitzer-Hospiz



 


Über 550 "Gäste" hat das Albert-Schweitzer-Hospiz im Bayreuther Stadtteil Oberpreuschwitz seit seiner Eröffnung vor sechs Jahren betreut. "Das zeigt die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung", sagte Hospizleiterin Angelika Eck bei einem Besuch der stellvertretenden CSU-Fraktionsvorsitzenden im Bayerischen Landtag Gudrun Brendel-Fischer und der Vorsitzenden der Frauen-Union des Kreisverbandes Bayreuth Christa Reinert-Heinz. Die Politikerinnen zeigten sich überzeugt davon, dass die Thematik vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mit einer immer älter werdenden Gesellschaft in den kommenden Jahren eher noch zunehmen wird.

Ein Hospiz ist eine Einrichtung, die sich der Pflege sterbender Menschen widmet. Unheilbar kranke Personen sollen dort in ihrer letzten Lebensphase eine respektvolle, umfassende und kompetente Betreuung erfahren. Eine unheilbare Erkrankung in fortgeschrittenem Stadium, schwere Symptomatik und eine Lebenserwartung von wenigen Wochen oder Monaten sind die Aufnahmekriterien, so die Leiterin. Der größte Teil aller Gäste leide unter einer unheilbaren Krebserkrankung. Darunter seien auch junge Leute. "Ein Hospiz ist keineswegs eine Angelegenheit von Hochbetagten, so Angelika Eck.

Das Hospiz ist zwar in der Nähe des Bayreuther Klinikums angesiedelt, hat damit aber nichts zu tun. Ziel der dortigen Palliativstation für unheilbar Kranke ist es Symptome bei den Patienten zu lindern und den Patienten unter Umständen wieder nach Hause entlassen zu können, während das Pflegehospiz Sterbenskranken Heimat bis zuletzt geben soll. Auch organisatorisch gibt es einen Unterschied: Die Palliativstation wird alleine von den Krankenkassen finanziert. Beim Hospiz ist dagegen die Pflegekasse involviert. Aktuell beschäftigt das Hospiz 25 Menschen einschließlich der Verwaltung, den hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen und einigen 450-Euro-Kräften.
Das Albert-Schweitzer-Hospiz ist auf zehn Plätze ausgerichtet und wird in Form einer gemeinnützigen GmbH vom Diakonischen Werk zusammen mit dem Hospizverein (530 Mitglieder) und der Hospizstiftung betrieben. Zehn Prozent des Etats müssen über Spenden erwirtschaftet werden. Damit möchte der Gesetzgeber unter anderem verhindern, dass ein Hospiz mit Gewinnabsichten betrieben werden könnte. Um das Geld aufzutreiben, veranstaltet das Festival Junger Künstler beispielsweise Benefizkonzerte oder das Hospiz verkauft von lokalen Kunstschaffenden gestaltete Weihnachtskarten, so Stefanie Hellbach, die beim Hospiz für das Fundraising zuständig ist.

Die Einrichtung befindet sich mitten in einem beliebten Neubaugebiet und in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Kindergarten. Anfangs habe es viele Widerstände der Bewohner aus den umliegenden Häusern und der Grundstückseigentümer gegeben, erinnern sich die Verantwortlichen. Zwischenzeitlich habe sich allerdings vieles verändert. Das Einzugsgebiet gibt Angelika Eck mit einem 50-Kilometer-Radius rund um Bayreuth an.

Aufgrund seines christlichen Hintergrundes und seiner großen humanistischen Bedeutung wurde die Einrichtung nach dem Arzt und Theologen Albert Schweitzer (1875 - 1965) benannt. Bayernweit gibt es 15 Hospize, vier davon stehen unter Trägerschaft der Diakonie. In Oberfranken gibt es ein weiteres Hospiz in Naila (Landkreis Hof).


 



Von links: Die Vorsitzende des FU-Kreisverbandes Bayreuth Christa Reinert-Heinz, die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Gudrun Brendel-Fischer, MdL, Hospizleiterin Angelika Eck, Stefanie Hellbach und Bettina Landes vom Hospiz sowie der Vorsitzende des Bayreuther Hospizvereins Stefan Sammet.